Bild und F.A.Z gegen Werbeblocker

| 15/10/2015 | Reply

Die Onlineausgaben der Bild Zeitung und der F.A.Z. gehen gegen den Werbeblocker Adblock Plus vor. Dabei verfolgt das das Boulevardblatt die „Friss-oder-Stirb“ Politik, während die F.A.Z. auf den Leser eingehen möchte. Welches Modell galanter ist, steht außer Frage. Doch auch die harte Gangart der Bild hat ihre Berechtigung.

Bild.de Adblock

Im März dieses Jahres berichteten wir, dass der Axel Springer Verlag, dem die Bild Zeitung entspringt, grundsätzlich nicht die Betreiber des Werbeblockers Adblock Plus dazu veranlassen kann, Werbung auf auf bild.de zuzulassen. Die juristische Niederlage hat die Bild jedoch zum Anlass genommen, den Spieß umzudrehen. Wer seit dem 13.10.2015 mit aktiviertem Adblock Plus auf Bild.de Nachrichten lesen will, wird eine Meldung erhalten, dass dies nicht mehr möglich sei, so lange der Werbeblocker aktiviert ist. Daneben gibt es eine Anleitung, wie man den Werbeblocker für Bild.de abschalten kann. So kennt man den Boulevard, eine Wahl wird dem Leser freilich nicht gelassen. Dabei erklärt die Bild kurz und knapp, – wie man sie kennt –  dass über 500 Reporter täglich berichten und eben auch durch Werbeeinnahmen finanziert werden.

Die F.A.Z lässt noch die Wahl

Besucht man faz.net mit aktiviertem Werbeblocker, erscheint eine Nachricht von Mathias Müller von Blumencron, seines Zeichens Chefredakteur Digitale Produkte. Es wird ebenfalls erläutert, dass Werbeeinnahmen zur Finanzierung einer Onlinezeitung unerlässlich sind. Noch wird einem die Wahl gelassen, doch auch in diesem Brief ist die Rede von „in Zukunft kostenfrei bleiben kann“. Dies ist ein klarer Fingerzeig einer seriösen Zeitung. Hier ist eine Bitte: AdBlock Plus abschalten und dafür in Zukunft weiterhin kostenlos faz.net genießen. Wenn nicht, hat auch die Frankfurter Allgemeine die Möglichkeit, wie die Bild, dem Leser die Wahl zu nehmen, oder das Angebot komplett auf kostenpflichtig zu stellen. Auch hier ist eine Anleitung zum Abschalten des Browsers vorhanden, zudem führt F.A.Z. eine Umfrage zum Thema Werbeblocker durch. Für den Leser ist diese Art, auf fehlende Werbeeinnahmen aufmerksam zu machen, sicherlich die angenehmere.

FAZ Adblock

Die schlechte Gewohnheit, alles umsonst zu kriegen

Wir haben uns durch das Internet gewöhnt, schnell das zu kriegen was wir möchten, ohne dafür zu zahlen. Sei es Musik auf Youtube, oder eben die Onlineausgabe einer Zeitung. Seit es Werbeblocker sind, installiert man diese schnell und ist lästige Werbung los. Dabei stört den Großteil der Nutzer die nervige Pop-Up Werbung, die es quasi mit der DSL Revolution im Paket gab. Werbung am Rand einer Website wird wohl die wenigsten stören. Die Crux ist klar: Wer Pop-Up blockt, blockt auch den Rest der Werbung. Die ist für Qualitätsjournalismus unerlässlich, schließlich müssen auch Online Journalisten bezahlt werden. Wie der Begriff des Qualitätsjournalismus zu definieren ist, ist ein anderes Thema.

Mit der Zeit wird sich zeigen, ob Bild oder F.A.Z. den richtigen Weg gewählt hat. Klar sollte jedoch sein, dass Werbeblocker zumindest auf einigen Seiten deaktivieren werden sollten. Fragt sich nur, wie bequem der gemeine Leser ist.

 

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Category: Allgemein

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