Blockchain könnte unser Leben verändern

| 13/12/2016 | Reply

Die Blockchain hat das Potenzial das Finanz- und Vertragswesen, wie wir es aktuell kennen, komplett auf den Kopf zu stellen. Durch seine quasi sichere Authentizität könnten Banken und Notare obsolet sein, sofern sich das System in Zukunft gegen bestehende Interessen durchsetzen kann.

Eine herrschende Definition für die Blockchain lässt sich nicht finden. Allerdings hat Johannes Kuhn, seinerseits Autor für die Süddeutsche Zeitung, eine prägnante  Definition für die Blockchain erstellt, die den Einstieg in das Thema erleichtert. Kuhn definiert die Blockchain als „digitalen Kontoauszug für Transaktionen zwischen Computern, der jede Veränderung genau erfasst, sie dezentral und transparent auf viele Rechner verteilt speichert. Damit ist die Information nicht (oder nur mit ungeheurem Aufwand) manipulierbar und verifiziert.“

Salopp ausgedrückt: Die Blockchain schafft Sicherheit und Vertrauen zwischen den Beteiligten einer Transaktion. Informationen, die einmal in einer Blockchain eingetragen sind, können zwar verändert werden, jedoch verändert sich dadurch der Prüfsumme, die nach der Schaffung der Blockchain entsteht. Somit ist für den Empfänger ersichtlich, dass die an ihn gereichten Informationen verändert wurden, ergo nicht mit der ursprünglichen Information des Absenders korrespondieren. Die Prüfsumme besteht aus mehr als 30 Zeichen wie Buchstaben und Zahlen und wird – angenommen man hat eine Nachricht per Blockchain verschicken wollen – durch das bloße Hinzufügen eines Leerzeichens komplett verändert. Daher ist es, wie die Definition Kuhns zeigt, quasi unmöglich, die erstellte Prüfsumme nachträglich zu manipulieren. Neue Blöcke, versehen mit Prüfsummen werden durch ein Verfahren kreiert, das Mining genannt wird.

Bitcoin könnte nur der Anfang sein

Der Hauptanwendungsbereich des Blockchainingverfahrens liegt aktuell noch bei der Verarbeitung von Transaktionen im Bereich der digitalen Währung Bitcoin. In der Blockchain werden alle Bitcoin-Transaktionen gespeichert. Bitcoin stellt damit das erste Projekt dar, in dem eine öffentlich verteilte Blockchain genutzt wird.  Dadurch wird zwischen den Bitcoin Nutzern ein Einvernehmen über die jeweilige geschäftliche Transaktion geschaffen, ohne eine Instanz oder vertrauenswürdigen Dritten zu benötigen.

Überträgt man die Systematik von Blockchain auf die aktuelle Finanz- und Vertragswelt, so ergibt sich zwangsläufig der Gedanke, dass aktuelle Institutionen wie Banken und Notare als vertrauenswürdige Körperschaften durch die Nutzung von Blockchain zukünftig für Transaktionen völlig überflüssig sein könnten. Belegt durch Bitcoin ist bereits ersichtlich, dass Überweisungen bzw. Finanztransaktionen zwischen Personen durch Blockchain eines Dritten entbehren.

Gesetzlich ist in § 311 b BGB zwar noch normiert, dass eine notarielle Beurkungspflicht für den Erwerb eines Grundstücks oder einer Wohnung in Deutschland herrscht. Doch in Zukunft könnte eben durch die Sicherheit, die Blockchaining garantiert, auch der Notar zumindest seine Garantenstellung als neutraler Dritter verlieren.

Diese Gedanken lassen sich für beliebig viele andere Bereiche der Wirtschaft und Industrie fortsetzen. Aufgrund des hohen Nutzens für alle Beteiligten einer Transaktion jeglicher Art lässt sich festhalten, dass sich das System in Zukunft durchsetzen wird. Fraglich ist allein, ob insbesondere Banken Blockchaining in ihr System implementieren werden, oder zukünftig eine von Banken völlig losgelöste Finanzwelt, entstehen wird. Mit Bitcoin ist der Anfang gemacht.

 

Bild: Blockchain

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Category: Blockchain

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