Diese Änderungen bringt die Erneuerung der EU Datenschutzrichtlinie

| 21/12/2015 | Reply

Zum ersten mal seit 1995 wird wird die Datenschutzrichtlinie der EU verändert. Das Ziel der mehr als vier Jahre andauernden Bemühungen ist hauptsächlich die Erhöhung des Verbraucherschutzes. Ob dies letztlich gelingt, ist fraglich.

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Bevor die neue Datenschutzrichtlinie in Kraft tritt, gilt es noch einige bürokratische Hindernisse zu durchqueren, die hier jedoch nicht näher benannt werden. Wir stellen vorliegend besonders die Sicht des Endverbrauchers dar. Das bedeutet vor allem die Beantwortung der Frage: Was wird sich für mich als Internetnutzer ändern?

In der Europäischen Union soll von nun an jeder Internetnutzer gegenüber Internetgiganten wie google, Facebook und co. das Recht haben, eine Verarbeitung der Daten zu verbieten bzw. verwendete Daten löschen zu lassen. Wie dieser Punkt durchgesetzt werden will, ist fraglich. Besonders die Nutzung sozialer Netzwerke wie Facebook verlangt in den AGB von den Nutzern, eben jene Rechte an Daten und Bildern an Facebook abzutreten. Dass Facebook die AGB ändern wird, ist nicht zu erwarten. Es wird also bei der stillschweigenden, ausdrücklichen Genehmigung bleiben, wie wir sie kennen. Wer liest denn schon AGB?

Weiterhin wurde – das bleibt jedem EU Land selbst überlassen – eine Spanne von 13 bis 16 Jahren für die Anmeldung bei sozialen Netzwerken festgelegt. In den USA ist eine Anmeldung ab dem 13. Lebensjahr üblich. Die Unternehmen sollen ihre Angebote im Internet so gestalten, dass möglichst wenig Daten der Nutzer erhoben werden müssen. Man einigte sich mit den Großkonzernen auf eine Strafe von maximal 4 Prozent des Jahresumsatzes, wobei die EU 5 Prozent erreichen wollte. Dies stellt eher einen schwachen Schutz für die Nutzer dar.

Aus den 28 Datenschutzvorschriften wird eine gemeinsame errichtet. Dies erleichtert auf den höheren Ebenen großes Durcheinander. Für den Nutzer bleibt im Endeffekt vieles gleich. Wenn man bedenkt, dass die letzten Datenschutzvorschriften 1995 erstellt wurden, kann man hieraus zwei Schlüsse ziehen. Entweder war man vor 20 Jahren bereits sehr auf Datenschutz bedacht, oder – und das trifft wohl eher zu – man hat es Versäumt die Datenschutzbestimmungen so zu verbessern, dass der Nutzer sich nicht im Internet um seine Daten sorgen muss. Wer weiß, wo wir im Jahr 2035 stehen.

 

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Category: Allgemein

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