Ein Blick in das Innenleben eines Nutzers – Zum Start von Windows 10

| 29/07/2015 | Reply

Ab heute, wir schreiben den 29.Juli 2015, ist Windows 10 auf dem Markt. Für Kunden der Betriebssysteme Windows 7 und Windows 8 ist der Download sogar kostenlos. Abgesehen von allen technischen Neuerungen ist klar: Windows 10 wird sein altes Start Menü wieder erhalten und zudem gibt es einen neuen Browser. Doch was ist aus dem einfachen, bedienerfreundlichen Windows geworden? Ein Rückblick.

Seit ich denken kann werden Windows Betriebssysteme in fast jedem Haushalt, in der Schule und am Arbeitsplatz genutzt. Damals mit Windows 95 begann Microsoft bunt zu werden. Das Betriebssystem war wortwörtlich kinderleicht zu bedienen. So malte ich auf Paint und war begeistert davon, wie man den Bildschirmschoner einstellen kann. 1998 war ich acht Jahre alt und erfreute mich eines neuen Rechners mit dem brandneuen Windows 98. An große Veränderungen erinnere ich mich nicht. Alles war nur etwas bunter, heller, einfacher. So vergingen einige Jahre der mehr oder weniger sinnfreien Nutzung, die jedoch zum Großteil unproblematisch verlief.

Mit Windows XP war für mich bis heute das Optimum von Windows erreicht. Das Design war optimal. Es wurde erweitert was zu erweitern war. Die Spiele wurden bunter, das Abspielen der mittlerweile allgegenwärtigen MP3 verlief schnell und die Übertragung von Bildern durch die Digicam verlief durch den Fotoassistenten reibungslos. Das DSL Zeitalter tat Windows XP merklich gut.

Doch genau hier verbarg sich die langsam anbahnende Problematik. Microsoft ruhte sich auf dem Erreichten aus. Der Internet Explorer war langsam und behäbig. Die Bedienerfreundlichkeit wurde immer mehr vernachlässigt. Der Mozilla Firefox Browser gilt als der Browser, der ab 2004 den Internet Explorer in ein quasi Antikes Programm verwandelte. Da Windows XP durch die Service Packs ansonsten gut funktionierte, sah man nicht unbedingt kommen, was tatsächlich kam: Windows Vista.

Am 30. Januar 2007 wurde die bisher anfälligste, von Fehlern überhäufte und den Kritikern in den Boden gestampfte Version von Windows veröffentlicht. Windows Vista wurde von den Meisten Nutzern übersprungen. Selbst große Konzerne wie Intel, General Motors und Daimler stiegen nicht auf das neue Betriebssystem um. Die Kritikpunkte reichen von zu hohen Hardwarevoraussetzungen und dadurch langsamen Rechnern über komplizierte Bedienung und Lizenzbeschränkungen. Ab Windows Vista hat Microsoft merklich an Glanz verloren.

Windows 7 hieß der Nachfolger und erschien im Oktober 2009. Fehler von Windows Vista wurden behoben, das System an sich funktionierte etwas schneller. Längst hatte da Windows – trotz eines aktuellen Marktanteils von Windows 7 von 50 Prozent – aus meiner subjektiven Sicht die aktuellen Geschehnisse aus den Augen verloren. Ich persönlich griff immer noch auf Windows XP zurück. Der Internet Explorer, der quasi immer läuft, wenn ein Rechner an ist, war immer noch nicht verbessert. Zudem hat Windows den Smartphone und Tabletbereich komplett unterschätzt. 90 Prozent der Marktanteile liegen bei Android und iOS. Gerade mal sechs Prozent fallen auf Windows.

Mit Windows 8, erschienen im Oktober 2012, hat sich Windows zunächst wieder ins Knie geschossen. Völlig unnötig war für die meisten Nutzer, dass Windows bei der neuartigen, kachelartigen Form, das letzte nützliche Tool entfernt hat. Das Start Menü war plötzlich nicht mehr vorhanden. Hätte man gewusst, dass mit einigen Klicks das normale Menü anstelle des neuen Kachelmenüs als Standardeinstellung gewählt werden kann, wäre der Shitstorm vielleicht nicht allzu groß ausgefallen. Diesem wollte man sich mit dem Update von Windows 8.1 zwar erwehren, doch auch die Wiedereinführung des Startknopfs der kein Menü öffnet, sondern zurück zur Windows Oberfläche führt und die Möglichkeit, direkt mit der Desktop Version zu starten, haben nicht dazu geführt, dass Windows 8 sonderlich beliebt ist.

Als Nutzer wünsche ich mir ein schnelles, einfaches und dazu schickes Betriebssystem. Windows 10 könnte – nach dem Motto back to the roots – eine erfolgreiche Version werden und quasi eine Renaissance des meistgenutzten Betriebssystems bilden. Dabei blickt man gespannt auf den neuen Browser „Edge“. Ob der Smartphone Markt durch das einheitliche System von PC, Smartphone und Tablet angegriffen werden kann, ist fraglich. Vielleicht werden in 20 Jahren erwachsene Männer auf Windows 10 zurückblicken und über die Einfachheit von diesem Betriebssystem berichten, so wie ich es von den Windows Versionen bis Windows XP bis heute mit aller Liebe zur Nostalgie tue.

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Category: Windows

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