EU-Kommission verhängt Rekordstrafe über TV-Hersteller

| 06/12/2012 | Reply

Der freie Markt funktioniert eigentlich nach den Regeln des Angebots und der Nachfrage, der Konkurrenzfähigkeit sowie der freien Preisgestaltung. Namhafte TV-Hersteller wie LG, Philips oder Panasonic haben den BWL-Grundkurs wohl verschlafen. Wie jetzt bekannt wurde, waren diese und weitere Unternehmen an illegaler Kartellbildung und Preisabsprachen beteiligt, weshalb die EU-Kommission nun eine Rekordstrafe verhängt hat.

Die höchste Geldstrafe in der Geschichte der Europäischen Union wurde nun über sieben Hersteller von Fernseher- und Monitorröhren verhängt. Die Strafe beläuft sich auf 1,47 Milliarden Euro und betrifft neben den oben genannten Herstellern auch Chunghwa, Samsung, Toshiba und Thomson.

Während den Jahren 1996 bis 2006 sollen die Unternehmen ein illegales Kartell gebildet haben, bei dem der Markt unter den Herstellern aufgeteilt sowie die Produktion eingeschränkt wurde, um die Preise für TV-Komponenten hochzutreiben. EU-Kommissar Joaquin Almunia spricht von „der schlimmsten Art eines wettbewerbswidrigen Verhaltens, das strikt gegen EU-Gesetze verstößt“.

Die Röhren um die es in diesem Fall geht, waren bis zum Durchbruch der LCD- und Plasma-Technologie der Hauptbestandteil eines jeden Fernseher und Computermonitors. Die Röhren machten bis zu 70 % des Preises eines Fernsehers aus. Laut Almunia wurden in den zehn Jahren zig Millionen Käufer zum ahnungslosen Opfer gemacht.

Philips und LG wurden zu einer gemeinsamen Geldstrafe von 999 Millionen Euro verdonnert, während Panasonic mit 157 Millionen Euro einigermaßen glimpflich davongekommen ist. Philips hat angekündigt, in Berufung zu gehen und das Urteil anzufechten. Das Unternehmen erachtet das Urteil als „unverhältnismäßig und ungerecht“. LG denkt ebenfalls über die Schritte einer Berufung nach, will die Urteilsbegründung jedoch genauer studieren.

Während solcher Verfahren sind eindeutige und niedergeschriebene Dokumente unerlässlich. Eines dieser Schreiben verpflichtet die Angehörigen des Kartells dazu, die Absprachen geheim zu halten, da ansonsten ein ernsthafter Image-Schaden in Europa enstehen würde. Dieses Schreiben endet mit dem Satz „Bitte entsorgen Sie das Dokument nach dem Lesen“. Die Ironie des Schicksals treibt die Hersteller auch noch sechs Jahre später in den Schlamassel.

Quelle: huffingtonpost.com

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Category: NMN News

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