GEMA und YouTube – Verwertungsgesellschaft verlangt Gebühren für eingebettete Videos

| 06/02/2014 | Reply

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Für in Webseiten oder Sozialen Netzwerken eingebettete Videos, die urheberrechtlich geschütztes Material enthalten, will die GEMA Gebühren kassieren. Beispielweise gilt dies für zahlreiche Clips auf Videoplattformen wie YouTube, Dailymotion oder Vimeo.

Von der EU-Kommission durchgeführte öffentliche Debatten von Interessenvertretern zum europäischen Urheberrecht steht die Forderung der GEMA (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte) im Zusammenhang. “Input von allen Interessenvertretern zur Überprüfung der Regeln zum EU-Urheberrecht zu sammeln” ist deren Ziel. “Von Konsumenten, Nutzern, Autoren, Darstellern, Verlagen, Produzenten, Rundfunkunternehmen, Vermittlern, Verteilern und anderen Dienstleistern, Verwertungsgesellschaften, öffentlichen Behörden und Mitgliedstaaten”, werden Beiträge eingefordert. Bis zum 5. März wurde die Einsendefrist verlängert.

Die österreichische Verwertungsgesellschaft hatte sich in diesem Rahmen für eine Vergütungspflicht für eingebettete Online-Videos stark gemacht. An seine rund 20.000 Mitglieder versandt sie Fragebögen der EU-Kommission. Für Musikvideos, die „in fremden Webseiten eingebettet“ werden fordert sie in einer vorformulierten Antwort einen „angemessenen Ausgleich“ – also Geld.

Eine GEMA-Sprecherin erklärt nun gegenüber Netzpolitik.org: “Wir sehen das wie die AKM. Im Gegensatz zu einfachen Hyperlinks, die für uns keine relevante Nutzungshandlung darstellen, sollte Embedded Content lizenziert werden. Denn hier ist für den Nutzer nicht klar, dass die Datei von einer anderen Seite stammt.”

Aktuell beschäftigt auch den Europäischen Gerichtshof (EuGH) die Frage, ob das Einbetten von Videos auf anderen Internetseiten mittels des sogenannten „Framing“ eine Urheberrechtsverletzung darstellt. Framing bedeutet: Das Einbinden von Multimediainhalten in eine Webseite, indem diese durch einen elektronischen Verweis vom Ursprungsort abgerufen und in einem Rahmen (Frame) auf der eigenen Seite wiedergegeben werden. YouTube-Videos sind bekannte Beispiele dafür.

Sollte tatsächlich der EuGH das Einbinden fremder Inhalte mittels Framing als Urheberrechtsverletzung bewerten, könnte auf die Nutzer Sozialer Netzwerke eine Abmahnwelle zukommen. Täglich werden auf diese Art allein auf Facebook tausende YouTube-Videos weiterverbreitet.

Quelle: cnet.de

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Category: NMN News

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