Geoblocking – EU-Kommission könnte digitale Ländersperre aufheben

| 02/04/2015 | Reply

YouTube Geoblocking Ländersperre

Auf Anregen von Andrus Ansip, seines Zeichens Vizepräsident der EU-Kommission und zugleich Kommissar für den digitalen Binnenmarkt, sollen die verhassten Ländersperren im Internet abgeschafft werden. Was in Fachkreisen „Geoblocking“ genannt wird, zeigt sich uns in Form eines roten Smileys vor grauem Hintergrund – gemeint ist YouTube. Aber auch andere Dienste wie Streaminganbieter Netflix können ihre Serien lediglich im Heimatmarkt USA zeigen. Ob die EU-Kommission die Aufhebung des Geoblocking im Alleingang meistert darf aber bezweifelt werden.

„Ich hasse Geoblocking aus tiefstem Herzen“ – wenn das mal keine klare Aussage ist. Getätigt hat sie EU-Kommissar Andrus Ansip, der den Ausbau der digitalen Infrastruktur Europas vorantreiben will. Gar keine so leichte Aufgabe. Zugleich stammt er aus dem wohl fortgeschrittensten europäischen Land was die Digitalisierung angeht, nämlich Estland. Dort sind 99 % des Landes durch kostenlose Wlan-Hotspots abgedeckt und per Gesetz ist jedem Bürger das Recht auf Internet zugesprochen. Damit ist das kleine baltische Land allen anderen EU-Partnern in dieser Hinsicht weit voraus.

Geoblocking EU-Kommissar Digitaler Binnenmarkt Andrus Ansip

Der neueste Vorstoß des Kommissars sieht vor, dass Geoblocking zumindest unter den Ländern der Europäischen Union deaktiviert wird. Das betrifft nicht nur YouTube Videos oder Übertragungen von Fussballpartien, sondern auch Online Shops. Allein der Versuch von einem beispielsweise spanischen Geschäft etwas online zu kaufen scheitert. Von den teils horrenden Versandkosten mal abgesehen. Hierfür nennt Ansip folgende Zahlen: Während nur 15 % der EU-Bürger in Nachbarländern einkaufen, würde dieser Wert für heimische Online Shops bei 44 % liegen. Eine Auflösung oder Lockerung des Geoblocking würde Produkte einfacher in alle europäischen Länder befördern. Gleichzeitig steige auch der Wettbewerb, gegen den vielleicht viele nicht gefeit sind. Chancen und Risiken müssen daher erst ausgelotet werden. Da geht es auch um Aspekte wie Datenschutz und Urheberrechte.

Da man auf EU-Entscheidungen bis zum Sanktnimmerleinstag warten kann, gibt es für Ungeduldige einige Methoden, um seinen eigenen Standort zu verschleiern. Mit VPN-Netzwerken beispielsweise kann auf US-amerikanische oder französische Inhalte zugegriffen werden. Einfach danach googeln und schon findet man sich zurecht – denn allzu kompliziert ist das Verfahren gar nicht.

Bild: youtube.com

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Category: NMN News

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