Gmail – Google durchsucht keine Postfächer mehr

| 27/06/2017 | Reply

Wie kommt es eigentlich, dass die Werbung im Gmail Postfach so sehr den eigenen Bedürfnissen entspricht? Kaum hat man eine Mail versendet oder empfangen, schon prangen neue Werbebanner überall im Netz rum. Waren etwa Schuhe der Inhalt der Mail, so poppen überall Anzeigen von Online Shops auf. Zufällig ist das nicht, sondern einem umstrittenen „Feature“ in Gmail geschuldet. Mails wurden durch Google gescannt und schon weiß der Konzern was einen gerade beschäftigt. Dies hat aber im Laufe diesen Jahres ein Ende, wie Google mitteilte.

Eingriff in die Privatsphäre oder notwendiges Übel für bessere Werbung? Die hitzige Debatte um das Scannen von E-Mails in Gmail Accounts ist einige Jahre alt und wie es scheint setzt Google dieser Debatte ein Ende. Wie das Unternehmen im firmeneigenen Blog ankündigte, wird Google noch dieses Jahr damit aufhören Mails seiner Kunden zu durchforsten. Abermillionen Gmail Postfächer wurden gescannt und aus dessen Inhalten ein persönliches Profil mit passender Werbung erstellt. Von dieser Vorgehensweise will Google nun ablassen und Werbung wie in anderen Diensten durch die Einstellungen des Users abliefern.

Bereits seit 2004 scannt der Konzern alle Inhalte von Gmail, allerdings nur in der kostenlosen Verbraucherversion. Nutzer von G Suite, dem Gmail-Pendant für Unternehmen, waren vor der Neugier Google’s befreit. Der Konzern beteuert, dass die gesammelten Daten lediglich der passenderen Werbung dienen und nicht für andere Zwecke genutzt wurden, etwa dem Verkauf an Dritte.

Manch ein Betroffener vertraute nicht auf Google’s Worte, sondern ging gleich das Gericht an. Im April 2014 wurde wegen „Google Apps for Education“ geklagt, ein Tool das inbesondere Studenten und Lehrende nutzen. Google stellte das Scannen innerhalb dieser Apps ein, was also nur dieser Zielgruppe zugute kam. Die Mails der restlichen Nutzer wurden weiterhin gescannt. Im August 2016 folgte eine weitere Klage, da die Betroffenen nicht einmal einen Gmail Account besaßen, aber ebenfalls von der Schnüffelnase Google’s betroffen waren.

Gänzlich verzichten kann Google auf die Scans der Postfächer nicht. Neben der zielgerichteten Werbung dient das Durchforsten der abermillionen Postfächer auch dem Schutz vor Spam und schädlichen Nachrichten. Auch funktionieren viele KI-gestützte Features nur, wenn Inhalte der Mails bekannt sind. So kann eine per Mail bestätigte Reservierung direkt in den Google Kalender übertragen werden, wenn Google weiß worum es geht. Letztlich muss jeder Nutzer selbst entscheiden, wie viel er von sich preisgibt.

Bild: idownloadblog.com

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Category: Google

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