Kann der Axel Springer Verlag Adblock Plus in die Knie zwingen?

| 11/03/2015 | 1 Reply

Der Axel Springer Verlag klagt gegen die Eyeo GmbH, die hinter dem Werbeblocker Adblock Plus steckt. In Köln wurde nun der vom AS-Verlag begehrte Stop des Programms im Grunde abgelehnt. Jedoch wurde festgehalten, dass das Bevorzugen bestimmter Werbepartner, die sich bei Adblock Plus „freikaufen“ und deren Werbung dann gestattet ist, „in hohem Maße bedenklich“ sei.

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Wir alle nutzen tagtäglich das Internet. Mittlerweile kann und will sich niemand eine Welt ohne Vernetzung vorstellen. Selbstverständlich kennen auch wir alle die Probleme der Pop-Ups, die nur bedingt interessante Werbung darstellen und größtenteils schlichtweg nervig sind. Dem wollten die Erfinder von Adblock Plus entgegenwirken. Ein – für alle bekannten Internetbrowser – einfach zu installierendes Tool, das Werbung den Garaus macht.

Dies bedeutet zum Einen kein lästiges Wegklicken der Werbung für den Nutzer, zum Anderen jedoch ist es schwerer, Internetseiten durch Werbung zu betreiben, wenn diese schlichtweg nicht beim potenziellen Kunden ankommt. Stellt man sich nun diese vereinfachte Darstellung zwischen dem Robin Hood Adblock Plus und dem bedingt sympathischen Axel Springer Verlag dar, so kann man zu dem Entschluss kommen, dass der AS-Verlag „eh genug hat und sich andere Abzockervarianten einfallen lassen soll“.

Wie so oft steckt die Wahrheit jedoch irgendwo in der Mitte. Gewiss sind die Motive von AS schnell gefunden. Durch die Werbung im Onlinebereich will man – ganz einfach – Geld verdienen. Dadurch, dass Adblock Plus die Werbung sperrt, generiert man hierdurch weniger Einkünfte. Folglich klagt man gegen die Eyeo GmbH, um diese zu einer Unterlassung zu bringen.

Problematisch ist jedoch das Motiv der Eyeo GmbH. Als Samariter der mit Werbung gescholtenen Internetnutzer kann man nur gelten, wenn man nicht das macht, was Adblock Plus tut. Bezahlt ein Unternehmen nämlich eine Summe an Adblock Plus, so wird die Werbung des Unternehmens auf der Seite angezeigt. Wer auf diese „weiße Liste“ kommt bzw. kommen kann, wird vorher in Foren durch Nutzer bestimmt.

Also verdient Adblock Plus auch durch Werbung.

Der BGH wird letztendlich entscheiden, ob diese Methode, wie von AS gemeint, einen Verstoß gegen die aus Art. 5 Grundgesetz gewährte Pressefreiheit ist, oder nicht. Zudem könnte auch ein Verstoß gegen Artikel 3 ein Verstoß vorliegen, wenn wesentlich gleiches ungleich behandelt wird. Einen kleinen Imageschaden wird die Eyeo GmbH gewiss davon tragen. Es ist zu erwarten, dass viele nichts von der „weißen Liste“ und den Auswahlkriterien wussten. Ob es sich hierbei um „Erpressung“ handelt, wie AS behauptet, ist nicht eindeutig – typisch AS.

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Category: Axel Springer

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