Twitter rückt auf Druck von US-Gericht Daten heraus

| 11/07/2012 | Reply

Einmal ins Netz gestellte Daten können nicht einfach gelöscht werden und verharren teils jahrelang auf irgendwelchen Servern. Was bei Facebook schon lange als Standard galt, entpuppt sich jetzt bei Twitter auch als gängige Praxis. Nun verlangt ein US-Gericht im Rahmen der Occupy-Proteste in New York die Daten eines Demonstranten und Twitter reagiert einerseits mit der Herausgabe der Daten und andererseits mit einem Transparenzbericht.

Ein New Yorker Demonstrant muss jetzt befürchten wegen Störung der öffentlichen Ordnung verurteilt zu werden, weil er mit seinen Tweets angeblich andere Demonstranten angestachelt haben soll sich gegen die Staatsmacht anzulegen. Jetzt entbrennt ein Streit zwischen ihm, dem Gericht und Twitter, die seine Tweets zur Verfügung stellen sollen. Darüber hinaus will das Gericht Daten wie IP-Adresse und die Direktnachrichten an andere Nutzer einsehen, um sie dem Angeklagten zuordnen zu können.

Twitter versuchte sich gegen die Datenherausgabe mit Verweis auf die informationelle Selbstbestimmung und Persönlichkeitsrechten zu wehren, hatte aber keine Chance. Auch die Forderung eines ordentlichen Durchsuchungsbefehls wurde vom Gericht abgeschmettert. Die Forderungen des Demonstranten wurden ebenfalls abgewiesen mit der Begründung, dass Tweets öffentlich mitgeteilte Meldungen seien und sie daher nicht der Privatsphäre unterliegen.

Damit Twitter nicht als Datenhort gebrandmarkt wird, der regelmäßig die Privatsphäre seiner Nutzer verletzt, haben sie nun ein sogenanntes „Twitter Transparency Report“ ganz nach dem Vorbild von Google veröffentlicht. Dieser listet die Staaten auf, die das Unternehmen nach Kundendaten „gefragt“ haben, besser gesagt die Herausgabe von persönlichen Daten gefordert haben. Im letzten Jahr wurden 849 solcher Anfragen gestellt und erstaunlicherweise sind die USA mit 679 dabei.

Quelle: computerbild.de

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Category: NMN News

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