Ultraschall Ad-Tracking – Wie Android Apps den Nutzer unbemerkt ausspähen

| 10/05/2017 | Reply

Fernseher Smartphone

Es gibt rund 234 Apps im Play Store, die mehr tun als sich die Nutzer wünschen. Wie Forscher der Technischen Universität Braunschweig herausgefunden haben, nutzen diese Apps eine Technik zum Ausspähen der Nutzer, die „Ultrasound Cross-Device Tracking (uXDT)“ genannt wird. Dabei zeichnet das Android Phone vom Nutzer nicht hörbare Tonfrequenzen auf und leitet diese an die App-Entwickler zurück. Ziel des Ganzen ist es herauszufinden, welche Werbung der ausgespähte Nutzer gerade schaut.

Dass Entwickler, Hersteller, Werbemacher und Regierungen an die Daten von Smartphone-Nutzern gelangen wollen ist ein alter Hut. Man hat sich mit dieser Tatsache quasi abgefunden und darauf eingestellt. Entweder mit Selbstzensur oder durch die Nutzung von spezieller Software wie Adblocker oder angepasster Browser. Doch nun erfahren wir, dass manche Apps eine perfide (und bereits bekannte) Methode verwenden, um Nutzerdaten zu generieren. Wie das Ganze funktioniert?

Die namentlich nicht alle genannten 234 Apps nutzen eine Technik namens Ultrasound Cross-Device Tracking des Unternehmens SilverPush. Dabei zeichnen diese Apps über das Smartphone unbemerkt aufgenommene Tonfrequenzen auf, die in TV-Werbespots eingebunden sind. Dadurch erfahren diese Schnüffel-Apps durch Auswertung dieser Ultraschalltöne welche Werbung im Fernsehen geschaut wurde und wie viele Personen diese geschaut haben.

Ultrasound Cross-Device Tracking

Scheinbar hat uXDT stark an Beliebtheit gewonnen, denn im April 2015 waren es gerade einmal fünf Apps, die diese Technik verwendeten. Nun sind es 234 Apps und die meisten davon sind für den südostasiatischen Raum gemacht. Mit dabei ist auch die offizielle McDonald’s App für die Philippinen. Alle Schnüffel-Apps wurden zwischen 2,25 und 11 Millionen mal heruntergeladen, genaue Zahlen gibt es nicht.

Nun könnte man das Ganze abtun als „Ach, sowas geht nur in Fernost“ oder „Ich habe nichts zu verbergen“. Doch, jeder Mensch hat etwas zu verbergen und hier geht es um die Erhebung persönlicher Daten ohne Einwilligung und vor allem ohne es zu bemerken. Die Werbemacher wissen genau, dass die Menschen nicht kategorisiert werden möchten, weshalb das Ganze ohne die Einwilligung des Nutzers durchgeführt wird. Es geht niemanden etwas an, was man im Fernsehen schaut und welche Werbung man laufen lässt und wo man wegschaltet.

Immerhin gibt es eine Möglichkeit solchen Apps einen Strich durch die Rechnung zu machen, nämlich durch den Entzug der Berechtigungen. Apps fragen nach der Installation, ob sie diese oder jene Berechtigung erhalten können und für das reibungslose Funktionieren sind nicht alle vonnöten. So funktioniert eine Telefonie-App wie Skype natürlich nur, wenn man der App den Zugriff auf das Mikrofon und das Adressbuch erlaubt. Ein Mobile Game aber braucht gewiss keine Berechtigungen, um die Kontakte, die Galerie oder die Standortdaten abzurufen.

Bild: arstechnica.com

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Category: App, NMN News

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