Ungeschützt öffnen PC und Smartphone Cyber-Kriminellen Tür und Tor

| 23/08/2016 | Reply

Sicherheitssoftware ist auf den meisten deutschen PCs heute Standard – nicht jedoch auf Smartphones. Dabei stehen unsere kleinen Alltagshelfer immer öfter im Visier von Cyber-Kriminellen.
Android-Smartphones weisen gravierende Sicherheitslücken auf – zumindest, wenn die Nutzer zuvor präparierte Apps herunterladen. Vier Sicherheitslücken hatten Forscher der israelischen IT-Sicherheitsfirma Check Point Anfang August ausfindig gemacht. Über jede der Lücken könnten Angreifer den vollen Zugriff über die Geräte übernehmen. Insgesamt 900 Millionen Geräte sollen laut Check Point betroffen sein. Die Lücken liegen aber nicht im Betriebssystem der Smartphones und Tablets, sondern in der Treiber-Software des LTE-Moduls, einem Chipsatz von Qualcomm.

Solche Sicherheitslücken gibt es bei Smartphones immer öfter. Allein im vergangenen Jahr hat sich die Verbreitung von Malware auf deutschen Smartphones und Tablets fast vervierfacht, hat der Sicherheitssoftware-Anbieter Kaspersky ermittelt. Schadsoftware komme meist über Apps, Websites, E-Mails oder SMS. Erst vor wenigen Wochen berichteten Sicherheitsexperten von zahlreichen Anwendungen, die sich als Helfer für das beliebte Spiel „Pokémon Go“ ausgaben, jedoch Daten stahlen oder teure Premium-SMS verschickten. Bis zum Frühjahr hatte sich die Malware HummingBad auf rund zehn Millionen Geräten eingenistet und generierte fleißig Anzeigenklicks. Im vergangenen Jahr gerieten Modelle mit Android-Betriebssystem in die Schlagzeilen: Damals diente Googles Browser Chrome als Einfallstor für eine Schadsoftware. Besuchten Smartphone-Nutzer per Chrom eine manipulierte Website, erlangten Angreifer die komplette Kontrolle über das Gerät.

Heute nutzen die meisten Smartphone-Besitzer ihr Gerät nicht mehr nur zum Telefonieren. Dank Chats und Social Media, E-Mail und Navigation werden wertvolle Informationen generiert. Noch wertvoller sind aber Finanzinformationen: So wird das Telefon immer häufiger zur elektronischen Brieftasche – indem es zum Bezahlen per NFC, als Medium zum Online-Shopping oder Zugang zum Online-Banking benutzt wird. Hier können Kriminelle Log-in-Daten oder Kreditkarteninformationen abgreifen und so beträchtlichen finanziellen Schaden verursachen.

Schützen können Verbraucher Smartphone und Tablet, indem sie zum Beispiel keine Apps außerhalb des offiziellen Play Store herunterladen und nicht unbedacht in einem fremden, ungesicherten W-Lan surfen. Und natürlich, indem sie ihre Geräte mit Firewall und Anti-Viren-Software vor Schadprogrammen und Fremdzugriffen schützen.

Ein solches Sicherheitspaket gehört heute zur Grundausstattung eines jeden Desktop-Computers. So gaben im Digital-Index 2015 des Meinungsforschungsinstituts TNS Infratest 94 Prozent der PC-Nutzer an, entsprechende Schutzsoftware installiert zu haben. Doch die Schädlingswächter stehen immer wieder in der Kritik, vor allem neue Malware nicht auszusperren. Der Grund: Die Software schließt nur ihr bekannte Schadprogramme aus; neue Malware-Erkennung kommt über die regelmäßigen Updates – und das dauert. Denn ändern die Angreifer kleine Details, greift die Schutzsoftware nicht. Bei Smartphone-Virenscannern reiche sogar die bloße Umbenennung der Datei, um unerkannt in das System einzudringen, warnen Sicherheitsexperten vom Fraunhofer-Institut für Angewandte und Integrierte Sicherheit. Zwar reagieren die Sicherheitsanbieter häufig sehr schnell, allerdings vergehen meist einige Stunden bis Tage, in denen Nutzer gegen bestimmte Programme und Lücken nicht geschützt sind.

 

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Category: Allgemein, Notebooks, Smartphone

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